Für die Weiterverarbeitung von kaltgewalzten Metallbändern ist ein hoher Grad an Planheit und eine geringe Restspannung im Material erforderlich. Die Verarbeitung von Metallbändern erfolgt häufig durch Schneiden, Stanzen oder Ätzen. Bei diesen Prozessen sind Restspannungen unzulässig, da sich zwangsläufig Formveränderungen oder -abweichungen des Endprodukts ergeben.

Um diese Eigenschaften zu erreichen, wird das Verfahren des Streck-Biege-Richtens angewendet.

Das Streck-Biege-Richten bewirkt eine Überlagerung von wechselnder Biegearbeit und Zugspannung im Material, so dass eine perfekte Planheit der Bänder erreicht und gleichzeitig die inneren Spannungen minimiert werden. Hierzu wird das Bandmaterial in einem 23-Rollen-Biege-Richtaggregat bearbeitet. Der für das Biegeaggregat erforderliche Prozesszug wird stufenweise im Brems-, bzw. Zug-Block auf- bzw. abgebaut. Für eine hohe Prozesssicherheit und Zugkonstanz werden Einzelantriebe für jede S-Walze eingesetzt.
Für die Hauptantriebe der S-Walzen werden wartungsarme Drehstromantriebe eingesetzt. Ein übergeordnetes Regelsystem übernimmt die Sollwertaufbereitung für jeden einzelnen Antrieb.

Moderne und leistungsfähige Elektrokomponenten - Siemens S7, WinCC und Simadyn-D Antriebsregelung - garantieren geringe Stillstandzeiten und eine effiziente Instandhaltung. Eine Ferndiagnose unterstützt weltweit unseren Kundenservice.

Das Ungerer Prozessleitsystem Stretchomat® übernimmt die Auftragsverwaltung, die Maschinen- und Anlageneinstellungen sowie das Speichern der Material- und Verfahrensparameter. Die Datenkommunikation zum übergeordneten Produktionsleitsystem des Kunden ist durch eine offene Anbindung gegeben.
Die Werkzeugkassette des Biege-Richtaggregats besteht aus 23 Richtwalzen sowie den entsprechend notwendigen Zwischenwalzen und Stützrollen. Abhängig von der Bandbreite wird die Anzahl der Einzelstützverstellungen konzipiert. Hiermit wird ein lokales Durchbiegen der Richtwalzen erreicht. Bezogen auf die Bandbreite werden die kurzen Fasern gezielt überstreckt, mit dem Ziel eines Längenausgleichs über den gesamten Bandquerschnitt.

Zur Regelung der Stützverstellung werden die Bandunplanheiten mit einer UNGERER Unplanheitsmessrolle detektiert. Die Signale der Unplanheitsmessrolle werden im Unplanheitsmess-System verarbeitet. Spezielle Algorithmen berechnen die erforderlichen Sollwerte für die Einzelstützverstellung. Hierbei werden wechselnde Eingangsunplanheiten berücksichtigt und, durch den geschlossenen Regelkreis zur Stützverstellung, eine perfekte Planheit erreicht.

Durch das Zusammenspiel von Unplanheitsmessung und einer hochgenauen Stützverstellung werden z. B. im Dickenbereich von 0,1 mm Bandplanheiten unter einem I-Unit erreicht.

Diese Technologie findet weltweit Anwendung bei den unterschiedlichsten Bandmaterialien, wie Buntmetalle, Aluminium und Aluminiumlegierungen, Stahl und Edelstähle sowie Sonderlegierungen. Kupferbänder für Leadframe-Herstellung oder Nickel-Eisen-Legierung für die Produktion von Schattenmasken sind typische Anwendungen, bei denen höchste Qualitätsnormen erfüllt werden müssen.
Auswahl von Materialien:

· kaltgewalzter Stahl
· Aluminium
· Edelstahl
· Kupfer
· Messing
· lackierte und galvanisierte Bänder
· von weichen Kupferlegierungen (RM 100 N/mm²) bis zu hoch-festen Edelstählen und
  Sonderlegierungen (Rm 2200 N/mm²)
· Bundgewichte bis 25 t
· Bandbreiten bis 2100 mm (bei Streck-Richtanlagen)
· Banddicken 0,05 mm - 1,2 mm (bis 4 mm bei Streck-Richtanlagen)
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